Hamburg für Fans von Borussia Mönchengladbach

(Stand: September 2014)

 

„Für mich als Hamburger ist Hamburg sowieso die schönste Stadt der Welt. Wenn das Wetter nur noch ein bisschen besser wäre, wäre es dort wirklich perfekt.“
(Max Kruse im August 2014 im Gespräch mit bundesligaindeinerstadt.de)

 
Mönchengladbach-Hamburg
Entfernung (Luftlinie): 356,37 Kilometer
Entfernung Borussia Park – Imtech Arena (Auto): 430 Kilometer/Fahrtzeit: 4:30 Stunden
Entfernung Borussia Park – Millerntor (Auto): Fahrtzeit:431 Kilometer/Fahrtzeit: 4:38 Stunden
Anreise per Bahn: 4:27 Std (via Düsseldorf)
Anreise per Flugzeug: 13x täglich (via Düsseldorf)
Offizielle Borussia-Fanclubs in Hamburg (3): Exules, Hamburger Altborussen, Kiez-Borussen
Befriedigung rheinischer kulinarischer Sehnsüchte in Hamburg: Zum Schiffchen (Großer Grasbrook 9, www.restaurant-zum-schiffchen.de, Gatz Altbier 0,2l 1,90 Euro)
Bevorzugte Wohnadressen für Borussia-Fans, die nach Hamburg ziehen wollen: Fohlenweide (Wandsbek), Krusestraße (Bergedorf), Rahnstraße (Wandsbek), Schäferstraße (Eimsbüttel), Vogtshof (HH-Nord), Wendts Weg (Harburg)
„Gladbacher“ in Hamburg: Jörg Albertz, Martin Dahlin, Michael Frontzeck, Marcell Jansen, Marcel Ketelaer, Günter Netzer, Sebastian Schachten, Horst Wohlers, Wolfram Wuttke
„Hamburger“ bei Borussia Mönchengladbach: Milan Fukal, Helmut Grashoff, Marek Heinz, Max Kruse, Thomas Vogel

 

Spielhistorie HSV/St. Pauli vs. Borussia Mönchengladbach
Der Weg zum Pokalsieg 1960 führte für die Gladbacher Borussia am 7. September 1960 über den Hamburger SV: Im Halbfinale gewannen die von Bernd Oles trainierten Borussen mit 2:0. Das erste Bundesligagastspiel der Gladbacher beim Hamburger SV ging dagegen im September 1965 mit 0:5 in die Hose. Den ersten Bundesliga-Auswärtssieg holte die Borussia vor nur 18.000 Zuschauern im Volksparkstadion 1967 (3:2). Den höchsten Sieg beim HSV feierte die Borusia am 33. Spieltag der Saison 1977/78 mit einem 6:2. Carsten Nielsen und Chirstian Kulik trafen je zweimal und dank des Sieges durften sich die Borussia-Fans weiterhin Hoffnungen auf die 6. Meisterschaft machen. Ab 1994 folgte eine Durststrecke von fünfzehn Jahren, bis die Borussia am 31. Oktober 2009 durch Tore von Marco Reus, Dante und Rob Friend endlich wieder einen Sieg beim HSV feiern konnte (3:2). Die Bilanz gegen den FC St. Pauli weist wesentlich weniger Spiele auf, zeichnet sich aber dadurch aus, dass die Borussia am Millerntor (6 Siege in 11 Spielen) besser abschnitt, als im eigenen Stadion (5 Siege in 11 Spielen). Und wenn die Borussia auf St. Pauli gewann, dann fast immer mit mindestens zwei Toren Unterschied, wie zum Beispiel beim 2:0 am 17. September 1999, als Marcel Ketelaer sein einziger Doppelpack für die Borussia gelang.

 

 

Auf sechs Stationen geht es für Fans von Borussia Mönchengladbach durch Hamburg. ©d-maps.com/bundesligaindeinerstadt.de

Auf sechs Stationen geht es für Fans von Borussia Mönchengladbach durch Hamburg. ©d-maps.com/bundesligaindeinerstadt.de

Am 12. Februar 2011 verlor die Gladbacher Borussia am Hamburger Millerntor nicht nur das Spiel gegen den FC St. Pauli, sondern auch ein Stück weit die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Michael Frontzeck wurde entlassen, es kam Lucien Favre, der den Wiederaufbau des Teams in der 2. Liga organisieren sollte. Drei Monate und zwei Tage später qualifizierte sich Favre mit der Borussia im Hamburger Volkspark durch ein 1:1 gegen den HSV für die nicht mehr erreichbar geglaubten Relegationsspiel gegen den VfL Bochum. Neben wichtigen Spielen verbinden auch große Spieler die Borussia mit der Hansestadt. Stefan Effenberg und Max Kruse sind gebürtige Hamburger, Günter Netzer war lange Jahre erfolgreicher Manager des HSV.

 

 

Für Fans von Borussia Mönchengladbach geht es auf sechs Stationen durch Hamburg: Stadion Hoheluft (1/Stefan Effenberg), Rothenbaumchaussee (2/Günter Netzer), Ristorante Salentino (3/Marcell Jansen), Schanzenviertel (4/Max Kruse), Imtech-Arena (5/Marcel Ketelaer), HSV-Trainingszentrum Ochsenzoll (6/Ausflugstipp/Martin Dahlin)
Gesamtdauer der Tour: 2:25 Stunden (ohne Verweildauer und Ausflugstipp)

 
→ Los geht’s beim Stadion Hoheluft, wo der SC Victoria Hamburg seine Heimstätte hat. Stefan Effenberg spielte in seiner Jugend für den SC Victoria, bevor er 1987 zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Das Stadion Hoheluft ist unter anderem mit der Buslinie 25 erreichbar.

 

 

Station 1 (Stefan Effenberg): Lokstedter Steindamm 87, Stadion Hoheluft (Eimsbüttel)

Das Stadion Hoheluft, Heimstätte des SC Victoria, ©bundesligaindeinerstadt.de

Das Stadion Hoheluft, Heimstätte des SC Victoria, ©bundesligaindeinerstadt.de

„Als ich sechs war, erwischte mich meine Mutter dabei, wie ich mitten im Spiel keinen Bock mehr hatte. Statt auf den Ball zu achten, fing ich auf dem Aschenplatz an, kleine Häufchen zu bauen, als säße ich irgendwo im Sandkasten. Hinterher bekam ich von ihr einen Anpfiff“, heißt es in Stefan Effenbergs Biografie Ich habs allen gezeigt (Bastei Lübbe). Doch der kleine Stefan sollte sein Interesse für Fußball schon noch entdecken. „Das fing in der Schule an, so mit elf oder zwölf. Da hat mir meine Deutschlehrerin eine Frage gestellt, was für eine, weiß ich nicht mehr, aber ich weiß, dass ich gesagt habe, die muss ich nicht beantworten, ich werde sowieso Fußball-Profi. Vor zehn Jahren hat sie mir in einem Brief mit einem Marienkäfer drauf geschrieben: ‚Du hast Recht gehabt, ich wünsche Dir viel Glück‘.“, erzählte Effenberg dem Tagesspiegel im Jahr 2001.

Der Aschenplatz, auf dem Effenberg seine Häufchen baute, gehörte zum traditionsreichen Klub SC Victoria Hamburg, dessen Ursprünge auf dem Heiligengeistfeld liegen, also in der Nähe des heutigen Millerntor-Stadions des FC St. Pauli. Seit 1907 spielt die Victoria am Lokstedter Steindamm, das neue Stadion wurde damals standesgemäß mit einem 5:2 gegen den amtierenden deutschen Meister aus Leipzig eingeweiht. Zur damaligen Zeit gehörte der Verein zu den führenden Klubs in Norddeutschland, Nationalspieler wie Henry Müller oder Hans Schwarz schnürten in den 1920ern für den SC Victoria ihre Fußballstiefel.

Bis in die 1960er Jahre hinein konnte sich der Verein mindestens in der zweithöchsten Liga behaupten, danach folgte ein stetiger Abstieg in die unteren Regionen des Hamburger Fußballs. Heute spielt der SC Victoria in der viertklassigen Regionalliga Nord. Bundesweite sportliche Schlagzeilen schrieb der Klub zuletzt 2010, als man in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten Rot-Weiss Oberhausen mit 1:0 gewann. Dadurch qualifizierte sich der Klub für die 2. Runde, in der man nach einem 1:3 im Millerntor Stadion gegen den VfL Wolfsburg ausschied. Die großen Zeiten des Sportvereins am Lokstedter Steindamm sind also lange vorbei. Mit dem früheren Schalke- und Bayern-Torhüter Walter Junghans sowie Stefan Effenberg schafften aber immerhin zwei ehemalige Victoria-Spieler den Sprung in den bezahlten Fußball.

Für Effenberg spielte schon in seiner Jugend Disziplin eine tragende Rolle, ohne diese Charaktereigenschaft wäre er niemals über den Hamburger Lokalfußball hinaus gekommen. „Es gab zu dieser Zeit eine Menge Jungs, die besser Fußball spielten als ich, mein Bruder auch, der ein Jahr älter ist. Ich dachte immer, Mann, einmal so spielen können wie er! Aber dann kam er in die Pubertät, die ersten Küsse, die erste Freundin, das erste Moped, und da sah man, wohin die Reise ging. Als ich in das Alter kam, hat mich das alles nicht interessiert. Ich ging weiter auf diesen Gummiplatz in Hamburg-Niendorf trainieren“, so Effe 2001 im Tagesspiegel. Nebenbei verdiente sich Effenberg ein paar Mark zum Taschengeld dazu und trug in der Nachbarschaft das Hamburger Abendblatt aus.

Der große HSV interessierte den gebürtigen Hamburger Stefan Effenberg damals eher weniger. „Ich war Gladbach-Fan, die habe ich heiß und innig geliebt. Erst dann kamen die Bayern. Ich hatte als Junge nie den Wunsch, zum HSV zu gehen. Da waren andere wie Walter Laubinger, Ralf Jester oder Oliver Geier, die viel mehr im Blickpunkt standen. Ich habe zwar Hamburger Auswahl gespielt. Aber ich stand, glaube ich, auf keinem Zettel“, sagte Effenberg dem Hamburger Abendblatt im Jahr 2000. Seine Aussage über sein Fan-Dasein als kleiner Junge im Abendblatt widerspricht allerdings seinen Aussagen in seiner eigenen Biografie. Hier heißt es: „Jeder Junge, der Fußball spielt, ist auch Fan von irgendeinem Bundesligaverein. Bei mir war es nicht der HSV, sondern der FC Bayern München.“

Über seine Zeit in den Hamburger Auswahlmannschaften äußerte sich viele Jahre später ein ehemaliger Trainer Effenbergs im Berliner Kurier. „Er neigt stark dazu, mit einer Art Selbstjustiz zu reagieren, wenn ihm etwas nicht recht ist. Und genau dieser Typ von Spieler wundert sich, wenn er wenig später für ein harmloses Foul vom Platz muss“, wird Günter Grothkopp zitiert, unter dem Effenberg vier Jahre als Mannschaftskapitän gespielt hat. Effenberg sei zwar bis zur A-Jugend Herr seiner Gefühle gewesen und habe sein Team führen und mitreißen können. Doch „mussten wir daran arbeiten, dass sich seine Emotionen nicht zu hoch aufschaukelten. Leider hat er diesen Lernprozess nicht fortgesetzt“, so Grothkopp über Effenberg im Jahr 2001.

Mitte der 1980er sprach sich Stefan Effenbergs Talent auch in anderen Teilen Deutschlands herum, nachdem der Jugendliche regelmäßig mit der Hamburger Auswahl am Länderpokal in Duisburg teilnahm. Im Frühjahr 1986 klingelte schließlich bei Effenbergs das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Wolf Werner, Co-Trainer von Jupp Heynckes in Mönchengladbach. „Da will dich einer verarschen, dachte ich“, schilderte Effenberg die Situation in seiner Biografie. Stefan ließ sich die Nummer geben, um mit einem Rückruf prüfen zu können, ob es sich tatsächlich um „den“ Wolf Werner handelte. „Du bist aber mißtrauisch, Junge. Wir wollen dich zum Probetraining einladen. Nächste Woche von Montag bis Freitag“, sagte Werner.

Für den 17-jährigen Stefan Effenberg ging ein Traum in Erfüllung. Bei seiner Lehrstelle bei der Post ließ er sich entschuldigen und machte sich auf nach Mönchengladbach, wo er vom Bahnhof abgeholt und im Hotel Tannenhof untergebracht wurde. „Als ich abends im Hotel hockte, dachte ich voller Ehrfurcht: Morgen siehst du Frontzeck, Kamps, Bruns, Hochstätter, Criens, die Topspieler von Mönchengladbach. Dann putzte ich meine Fußballschuhe und polierte sie auf Hochglanz. Ich wollte unbedingt einen guten Eindruck hinterlassen.“.

Das Vorhaben gelang. Nachdem ihm Ewald Lienen in der Kabine den rechten Platz wies, zeigte Effenberg auf dem Platz eine ordentliche Leistung. „Alle Borussia-Spieler waren absolut okay. Besonders die älteren kümmerten sich um uns junge. Manchmal kam Uwe Rahn zu mir und fragte: ‚Na, wie gefällt es dir bei uns? Kommst du klar?‘ Das gefiel mir.“ Im Anschluss an die letzte Einheit erhielt Stefan Effenberg von Jupp Heynckes schließlich die erlösende Nachricht, dass der Verein ihm einen Profivertrag anbietet. „Der Vertrag mit Mönchengladbach wurde dann bei uns zu Hause geschlossen. Meine Mutter putzte vorher stundenlang das Haus und rannte extra in die Stadt, um den besten Kuchen zu besorgen, den es bei uns nicht einmal an Geburtstagen gab.“

Helmut Grashoff kam persönlich vorbei, nach der Vertragsunterzeichnung wurde ein Bild für die Zeitung gemacht. „Gerade ist der Profivertrag mit Gladbachs Manager unterschrieben worden. Stolz präsentiert Stefan Effenberg zusammen mit seinen Eltern Dieter und Margit das Schriftstück“, lautete die Bildunterschrift damals im Hamburger Abendblatt. Jener Zeitung, die Effenberg wenige Jahre zuvor noch als Zeitungsjunge ausgetragen hat. Was die finanziellen Rahmenbedingungen seines Vertrags betraf, sagte Effenberg später zum Tagesanzeiger: „Als ich 17 Jahre alt war, war Helmut Grashoff der starke Mann bei Gladbach, er sagte zu mir: ‚Junge, setz dich her, wir wollen dich haben, das ist dein Vertrag.‘ Hätte ich einmal gesagt, dass ich 5.000 Mark mehr will, hätte er mich postwendend nach Hause geschickt.“

Am 21. November 1987 debütierte Effenberg für die Borussia in der Bundesliga. Im Heimspiel gegen Kaiserslautern (1:0) wurde er in der 86. Minute für Christoph Budde eingewechselt. Am folgenden Spieltag (3:0 gegen Bochum) stand er zum ersten Mal in der Startelf. Sein erstes Tor für die Borussia schoss er am 32. Spieltag der Saison 87/88 (4:2 in Hannover). „Schon nach wenigen Auftritten für Borussia Mönchengladbach sahen die Fans in ihm den Nachfolger des schmerzlich vermißten Spielmachers Lothar Matthäus. Jungstar Effenberg, ein Karrierist aus dem Nichts, vergleicht sich selbst jedoch nicht mit Matthäus, dem Typus brav-angepaßter Schwiegersohn. Statt dessen hält er sich ‚für einen Typ wie Sören Lerby’“, schrieb der Spiegel im September 1989 über den jungen Effe. 1990 machte es Effenberg Lothar Matthäus gleich und ging zum FC Bayern.

 

Stefan Effenberg (*1968) wurde in Hamburg geboren. Nach seiner Station bei Borussia Mönchengladbach wechselte Effenberg 1990 zu Bayern München. Weitere Klubs: AC Florenz, erneut Borussia Mönchengladbach und Bayern München, der VfL Wolfsburg und Al Arabi Sports Club in Katar. 35 mal lief er für die deutsche Nationalmannschaft auf, seine Karriere im DFB-Team wurde von der „Stinkefingeraffäre“ überschattet. Seine größten Erfolge: Weltpokalsieger und Champions League-Sieger 2001, dreimal Deutscher Meister (99, 00, 01) und zweimal DFB Pokal-Sieger (95, 00). Von der UEFA wurde Effenberg 2001 als Fußballer des Jahres ausgezeichnet.

 

Victoria Hamburg wurde 1895 gegründet und gehört somit zu den ältesten Fußballvereinen in Hamburg. Zu den größten Erfolgen des Klubs gehört der Einzug in das Halbfinale der deutschen Fußballmeisterschaft 1907. Am 9. Mai 1907 war dort jedoch im Hamburger Rothenbaumstadion gegen den Berliner FC Viktoria Endstation (1:4). Es gibt unterschiedliche Aussagen über den genauen Werdegang von Stefan Effenbergs Karriere in Hamburg. In Online-Quellen ist die Rede davon, dass Effenberg bis 1974 beim Bramfelder SV und anschließend bis 1986 bei Victoria spielte. In seiner Biografie schreibt Effenberg jedoch, dass er im Alter von 16 Jahren (also 1984) für ein Jahr zum Bramfelder SV ging. Da er dort aber nur auf der Ersatzbank gesessen sei, sei er wieder zur Victoria zurückgewechselt. Web: www.sc-victoria.de

 

Passend dazu auf Youtube gefunden: Tor von Stefan Effenberg beim 3:2-Sieg gegen den FC Arsenal / Stefan Effenberg vs. Andreas Möller / Borussia vs. 1. FC Köln 1988 mit Stefan Effenberg (englisch)

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Hagenbecks Tierpark, einer der berühmtesten zoologischen Gärten Deutschlands. Lokstedter Grenzstraße 2, www.hagenbeck.de (zu Fuß ca. 15 Min via Veilchenweg und Vizelinstraße, vorbei am Eisstadion Schnellingen, der Heimat des HSV-Eishockeyanteilung)
  • NDR Funkhaus, Hugh-Greene-Weg 1, Informationen zu Führungen durch das Funkhaus unter www.ndr.de (zu Fuß ca. 15 Min via Lokstedter Damm und Vogt-Wells-Straße, vorbei am Sportpark Lokstedt, Heimat von Eintracht Lokstedt)
  • Auf dem Gelände der nahegelegenen Universitätsklinik Eppendorf werden Führungen durch die während des 2. Weltkriegs angelegten Krankenhausbunker angeboten. Informationen und Anmeldung unter: www.hamburgerunterwelten.de

 

→ Wer gut zu Fuß ist, kann die Strecke zur ehemaligen Geschäftsstelle des HSV in der Rothenbaumchaussee auch zu Fuß zurücklegen. Alle anderen gehen (vom Vereinsgelände des SC Victoria aus gesehen) rechts den Lokstedter Steindamm entlang bis zur Bus-Haltestelle Veilchenweg. Mit der Linie 5 (Richtung Hauptbahnhof/ZOB) fahren wir bis zur Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel. Der Hallerstraße entlang geht’s zu Fuß bis zur Rothenbaumchaussee 115, wo sich früher die HSV-Geschäftsstelle befand, in der Günter Netzer zu seiner Zeit als Manager des HSV sein Domizil hatte. Wegzeit: 30 Min

 

 
Station 2 (Günter Netzer): Ehemalige HSV-Geschäftsstelle, Rothenbaumchaussee 115 (Eimsbüttel)

Heute Medienzentrum, früher Rothenbaumstadion. Direkt gegenüber befand sich früher die "Löwengrube" (Rothenbaumchaussee 115). ©bundesligaindeinerstadt.de

Heute Medienzentrum, früher Rothenbaumstadion. Direkt gegenüber befand sich früher die „Löwengrube“ (Rothenbaumchaussee 115). ©bundesligaindeinerstadt.de

„Ich glaube, daß ich weiß, wie ein Bundesligaklub zu führen ist“, sagte Günter Netzer im November 1978 zur Zeit. Sein neues Amt trat Netzer am 1. Februar 1978 an, obwohl er dieses eigentlich ursprünglich gar nicht angestrebt hatte. Die Vorgeschichte ging laut Günter Netzer so: Am 19. Oktober 1977 verfolgte Netzer, der 1977 nach einer Saison bei Grashopper Zürich seine aktive Karriere beendete, das Europapokalspiel des HSV gegen RSC Anderlecht. Was ihm dabei auffiel, war die mangelnde Qualität des Stadionhefts des HSV. „Ein Stadionheft machen, das konnte ich, das hatte ich in Mönchengladbach mit dem Fohlen-Echo bewiesen. Das Stadionheft des HSV könnte ein Bein sein, auf dem ich nach meiner Karriere stehe“, schrieb Günter Netzer in seiner Biografie Aus der Tiefe des Raumes (Rowohlt).

So unterbreitete er seinen Vorschlag dem damaligen Präsidenten des HSV, Paul Benthien. Womit Netzer nicht rechnete, war, dass Benthien ihm die Verantwortung für das Stadionheft nur unter der Bedingung übertrug, dass Netzer auch gleich Manager des HSV werden würde. Einwände des gebürtigen Mönchengladbachers, dass er über keinerlei Erfahrung als Manager verfüge, ließ der HSV-Präses nicht gelten. Kein halbes Jahr später trat Netzer als Nachfolger des schillernden Peter Krohn sein neues Amt an. Nicht ohne jedoch zuvor Helmut Grashoff in Mönchengladbach um seine Meinung gefragt zu haben. Dieser bestärkte ihn und gab ihm einen guten Rat mit auf den Weg: „Als Erstes musst du da Ordnung schaffen. Wenn auch nur die Hälfte stimmt von dem, was erzählt wird, scheint es beim HSV ja drunter und drüber zu gehen“.

Die erste große Herausforderung, die auf den neuen HSV-Manager wartete, war die Personalie Kevin Keegan (77-80 beim HSV), der von ausländischen Vereinen mit großzügigen finanziellen Angeboten gelockt wurde. Im Januar 1979 boten die Washington Diplomats dem englischen Star 2,5 Millionen US-Dollar für einen Wechsel in die USA – pro Jahr. „Wir können nicht warten bis wir Meister geworden sind, der Fall Keegan muss lange vorher entschieden sein“, erklärte Netzer die Angelegenheit zur Chefsache. Und auch der begehrte Engländer war um Klarheit bemüht. „Ich möchte beim HSV bleiben und der HSV möchte, daß ich bleibe. Wir müssen nun aufeinander zugehen – der HSV einen Schritt vor, ich einen zurück.“ Die Person Netzer und der damit verbundene Abgang von Ex-HSV-Manager Peter Krohn sollte dem Ansinnen des HSV in dieser Angelegenheit nicht abträglich sein. „Als er Dr. Krohn ablöste, war das wie ein Sonnenaufgang“, so Keegan.

Wie bedeutend die Personalie Keegan für den HSV war, zeigte sich auch bei der Planung für ein Turnier in Amsterdam. Netzer schloss für die Teilnahme des HSV gleich zwei Verträge mit den Veranstaltern ab, einen für den HSV ohne Keegan und einen – wesentlich höher dotierten – für einen HSV mit Keegan. Kurze Zeit später, am 22. Januar 1979, konnte der Kicker vermelden: „Netzers Meisterstück: Keegan bleibt jetzt doch“. Zumindest für ein weiteres Jahr band sich der Engländer an den Hamburger SV unter der Bedingung, dass Keegan nach Ende der Rückrunde für mehrere Wochen ein finanziell lukratives Gastspiel bei den Washington Diplomats antreten durfte. Doch Netzer übersah bei Vertragsabschluss, dass Keegan in diesem Falle laut UEFA-Bestimmungen erst im Viertelfinale des Europapokals der neuen Saison zum Einsatz hätte kommen dürfen. Keegan ruderte zurück und verzichtete auf den USA-Trip, um ein mögliches Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Klub Liverpool nicht zu verpassen. „Diese Kleinigkeit ist fatal, insbesondere für Manager Günter Netzer, für den die UEFA-Bestimmungen doch so geläufig sein müßten wie für einen Notar vor Abfassung eines Vertrags das Bürgerliche Gesetzbuch“, bemerkte der Kicker im Februar 1979 süffisant. Netzer gab sich später einsichtig, er habe nicht in allen Dingen Bescheid gewusst und sich daher auf einen Experten verlassen, der ihn jedoch ebenfalls nicht umfassend informieren konnte.

Der Verein, der sich schon unter Peter Krohn vom Bundesliga-Mittelmaß in Richtung Bundesliga-Spitze entwickelte und der 1976 den DFB-Pokal und 1977 den Europapokal der Pokalsieger gewann, wurde mehr und mehr zum deutschen Vorzeigeklub. Netzer verpflichtete unter anderem Jimmy Hartwig, Dietmar Jakobs, Horst Hrubesch und Franz Beckenbauer. Zudem lotste er mit Branko Zebec einen Weltklasse-Trainer an die Elbe, unter dem der HSV 1979 zum ersten Mal seit 1960 den deutschen Meistertitel holte und im folgenden Jahr das Endspiel im Europapokal der Landesmeister erreichte (0:1 gegen Nottingham Forrest). Fast wäre 1979 auf Betreiben Günter Netzers ein weiterer Gladbacher im Führungsteam des HSV gelandet. Netzer wollte Berti Vogts nach dessen Karriereende zum HSV als Trainerassistent holen. Doch Vogts stand bereits dem DFB im Wort.

Der Meistertitel 1979 war die Krönung einer starken Saison, in der der HSV den VfB Stuttgart mit einem Punkt Rückstand auf Platz zwei verwies. Die Stimmung beim HSV war dementsprechend gut, auch wenn die Fan-Ausschreitungen rund um das letzte Saisonspiel (1:2 im Volkspark gegen Bayern München) die Feierlichkeiten überschatteten (Netzer: „Die fürchterlichste Meisterfeier, die ich je erlebt habe.“).

Noch vor Beginn der neuen Saison geriet Günter Netzer aufgrund einer verunglückten Korea-Reise unter Beschuss. Neben sportlich uninteressanten Spielen wurde der Trip auch aufgrund der schlechten Organisation (Jimmy Hartwig: „Totales Chaos“) des finanziell nur wenig lukrativen Ergebnisses kritisiert. Die eingenommenen „100.000 Mark hätte man sich auch in Spanien auf dem Dorf holen können. Alles, was man sich an Negativem vorstellen kann, kam hier in Südkorea auf uns zu“, maulte Branko Zebec. Der Meistertrainer kündigte an, mit dem aufgrund seines Urlaubs nicht mit nach Korea gereisten Netzer ein ernstes Gespräche führen zu wollen.

Doch nicht nur diese missglückte Reise machte Netzer zu schaffen, auch die Prämienforderungen seiner Meistermannschaft trieben den Manager mitunter in die Verzweiflung. Zwei Jahre hatte der HSV die Prämien nicht erhöht, im August 1979 sollte dies endlich wieder der Fall sein. 1.000 Mark für Auswärtserfolge, 750 DM für Heimerfolge erhielten die HSV’er bis dato. „Mit Meisterspielern zu verhandeln, ist ganz schön schwierig“, gab Netzer zu Protokoll, dessen Gegenüber als Verhandlungspartner Kevin Keegan, Kapitän Peter Nogly und Felix Magath waren. Deren Forderung: „Wenigstens ein paar Hunderter mehr“. Man einigte sich schließlich gütlich.

Großes Lob erhielt Netzer von 1860-Legende Peter Grosser, der dem Neu-Manager vor allem bei den Transfers ein gutes Händchen beschied. „Der Hartwig und der Hrubesch – so kaufen Manager. Für meine private Rechnung ist Netzer der Mann des Jahres. Er setzte neue Maßstäbe“, so Grosser im Kicker. Für Netzer wirkten seine Entscheidungen im Nachhinein wie ein durchdachter Plan. „Vieles jedoch waren Überzeugungen, die aus dem Bauch kamen, Entscheidungen, bei denen mich mein Instinkt leitete.“ Mit seinen Transfers machte sich der gebürtige Gladbacher aber nicht nur Freunde. Netzer mache „die Preise kaputt“, hieß einer der öfter erhobenen Vorwürfe in Richtung Hamburg. „Wo kommen wir hin, wenn für Spieler wie ihn schon fast eine Million DM Ablöse und rund 300.000 DM Jahresgage gezahlt werden“, beschwerte sich MSV-Manager Heinz Neuhaus in Folge des Transfers von Dietmar Jakobs.

Trotz der sportlichen Erfolge musste sich Netzer im Dezember 1980 erneut auf Trainersuche begeben, denn Zebec war aufgrund seiner Alkoholkrankheit für die Hamburger nicht mehr tragbar. „Es wurde eine unschöne Trennung, zeitweise drohte sogar ein Prozess, zu dem die Spieler gegen ihren alten Trainer aussagen sollten, um die Abfindung zu sparen“, erinnerte sich Netzer später.  Als Nachfolger holte Netzer 1981 den Österreicher Ernst Happel nach Hamburg, mit dem der HSV 1982 Deutscher Meister wurde und 1983 erstmals den Europapokal der Landesmeister gewann (1:0 gegen Juventus Turin).

Bis zum Ende seiner Zeit als Manager beim HSV sollte dies der letzte Titel für Netzer bleiben. Die Arbeit beim HSV „fiel mir von Tag zu Tag schwerer“, so Netzer. Bereits 1984 wollte er seine Tätigkeit beenden, laut dem Ex-Gladbacher legte sich aber Ernst Happel quer, mit dem er kurz zuvor noch den Vertrag um zwei weitere Jahre verlängerte.

Also versuchte sich Netzer erneut zu motivieren und gab als Ziel aus, „als erste europäische Spitzenmannschaft den Neuaufbau nahtlos zu schaffen“. Gelingen sollte dies mit Rekordinvestitionen in Spieler, die jedoch alle unter ihren Erwartungen blieben. Marc McGhee, der in die Fußstapfen Horst Hrubeschs treten sollte, kam zum Beispiel in zwei Spielzeiten bis 1986 lediglich auf 30 Einsätze und sieben Tore. „Jawohl, ich bin gescheitert. Wie zuvor den Verantwortlichen bei Real Madrid, Inter Mailand, Ajax Amsterdam oder Bayern München ist es auch mir nicht gelungen, die älter gewordenen Stars nahtlos zu ersetzen. Wenn ich das geschafft hätte, wäre es für mich wertvoller gewesen als alle Meisterschaften, die wir gewonnen haben“, sagte er im August 1985 dem Spiegel.

Aus Pflichtbewusstsein blieb Netzer noch zwei Jahre in Hamburg, dann war jedoch tatsächlich Schluss. Die Ära des Managers Günter Netzers war für den HSV die erfolgreichste Zeit seiner Geschichte. Insgesamt erreichte der Verein unter Netzer dreimal die deutsche Meisterschaft, drei Vizemeister-Titel, einen Europapokalsieg und zwei weitere EC-Finalteilnahmen. Netzer verabschiedete sich 1986 vom HSV, Happel nahm seinen Hut 1987 und bescherte dem Verein mit dem Sieg im DFB-Pokalfinale den bis heute letzten Titel.

Spiele gegen Gladbach waren für den HSV-Manager Günter Netzer übrigens immer eine besondere Angelegenheit. „Immer wenn es gegen Mönchengladbach geht, schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Doch jetzt ist mir unser Hemd näher“, erklärte Netzer im Kicker im Januar 1979 vor dem später wegen Schneefall verschobenen und schließlich mit 3:4 verlorenem Auswärtsspiel in Mönchengladbach.

Über die HSV-Jahre nach Günter Netzer schrieb später der Spiegel: „Der Klub, von der kapriziösen Manager-Diva Günter Netzer und dem grantelnden Klassetrainer Ernst Happel zu Beginn der 80er Jahre auf europäisches Spitzenniveau gehievt, präsentiert sich einem verblüfften Publikum inzwischen wie ein Verein zerstrittener Karnickelzüchter.“ Eine seiner letzten Amtshandlungen waren die Verpflichtungen von Manfred Kastl und Dietmar Beiersdorfer. „Am Tag darauf fuhr ich mit Elvira nach Arbeitsschluss die Rothenbaumchaussee entlang Richtung Dammtor. Plötzlich schossen Elvira die Tränen ins Gesicht. Achtzehn Jahre hatte sie in Hamburg gelebt, und nun fiel ihr der Abschied schwer. Ich war acht Jahre dort, und in diesem Moment verspürte auch ich Wehmut.“

 

Günter Netzer (*1944 Mönchengladbach) kam über den 1. FC Mönchengladbach 1963 zur Borussia. In seinen zehn Jahren bis zum Wechsel zu Real Madrid erzielte Netzer in 297 Ligaspielen 108 Tore. Berühmt wurde er unter anderem durch sein 2:1-Siegtor im Pokalfinale 1973 gegen den 1. FC Köln. Von Real wechselte Netzer 1976 zu Grashopper Zürich, wo Netzer seine aktive Karriere beendete. Für die DFB-Auswahl lief Netzer 37 mal auf. Seine Erfolge als Spieler: Welt- und Europameister (1974 bzw. 1972), vier nationale Meisterschaften (70, 71, 75, 76), drei nationale Pokalsiege (73, 74, 75), Fußballer des Jahres in Deutschland sowie Tor des Jahres (jeweils 72 & 73).

 

An der Adresse Rothenbaumchaussee befand sich früher das Clubhaus des Hamburger SV, die „Löwenburg“. Architektonisch wäre die 1921 erworbene Jugendstilvilla heute unter den Vereinshäusern der 1. Bundesliga ein echtes Juwel (Postkartenansicht), leider fiel es jedoch dem Zeitgeist zum Opfer. Im Vereinsmuseum des HSV sind Bilder des alten Gebäudes zu sehen, dazu eine Karte, auf der „Kaffee, Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit“ sowie „gut gepflegte“ Biere und Weine feilgeboten werden. Dazu die Aufforderung: „Den Mitgliedern des H.S.V. wird der Besuch des H.S.V.-Hauses angelegendlichst empfohlen“.

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Tennisstadion am Rothenbaum, wo jedes Jahr im Juli auf einer der ältesten Tennisanlagen Deutschlands die German Open ausgespielt werden, Hallerstraße 89, www.hamburg.de/german-open
  • Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, www.voelkerkundemuseum.com (ca. 5 Min Wegzeit)

 

→ Weiter geht’s zum Lieblings-Italiener von Marcell Jansen am Poelchaukamp. Mit der U1 fahren wir von der Haltestelle Hallerstraße (Richtung Sachsenstraße/Burgstraße) bis Klosterstern. Via Harvestehuder Weg/Fernsicht/Gellertstraße gelangen wir der Alster entlang zum Poelchaukamp. Wer gut zu Fuß ist, kann die Hallerstraße/Alsterchaussee (vorbei am Tennis-Stadion Rotherbaum) entlang bis zur Alster gehen. Von dort geht’s links in den Harvestehuder Weg. Wegzeit: 35 Min

 

 

 

Station 3 (Marcell Jansen): Restaurant Salentino, Poelchaukamp 1 (Bezirk Hamburg-Nord)

Ristorante Salentino in Winterhude, ©bundesligaindeinerstadt.de

Ristorante Salentino in Winterhude, ©bundesligaindeinerstadt.de

„Preis-Leistung ist hier okay. Hier ist es familiär, das brauche ich. Wenn es dann auch noch vom Preis annehmbar ist, ist es umso besser“, sagte Marcell Jansen im März 2011 über seinen Lieblings-Italiener in Hamburg, das „Salentino“ am Poelchaukamp. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aus Sicht des HSV auch in Bezug auf den Spieler Marcell Jansen okay, wahrscheinlich sogar mehr als okay. Mittlerweile ist er der dienstälteste Spieler des Hamburger SV.

Jansen kam im August 2008 in die Stadt an der Elbe, nachdem er in der Saison 2007/08 nur auf siebzehn Liga-Einsätze beim FC Bayern München kam. Eine Einsatzstatistik, mit der der gebürtige Gladbacher auch in Hinblick auf seine weitere Karriere als Nationalspieler nicht einverstanden sein konnte, auch wenn Jansen sich mit seinen Einsatzzeiten unter Ottmar Hitzfeld sehr zufrieden zeigte. An Philipp Lahm war unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann für Jansen jedoch kein Vorbeikommen, dazu kam eine Sprunggelenksverletzung, die ihn im Münchner Konkurrenzkampf zurückwarf. Nach 90 Bundesliga-Spielen für Mönchengladbach und Bayern München folgte also der Umzug nach Hamburg.

Dort hatte man (wieder mal) viel vor. Manager Dietmar Beiersdorfer hatte große Pläne mit dem HSV. Neben Jansen kamen auch Alex Silva und Tiago Neves aus Brasilien. Mladen Petric stieß von Borussia Dortmund dazu. Insgesamt gab Beiersdorfer in diesem Sommer nach dem Weggang von Raffael van der Vaart und Vincent Kompany rund 30 Millionen Euro für neues Spielerpersonal aus. Und von diesem spielenden Personal wurde einiges erwartet.

Deshalb enthielt der Transfervertrag mit dem FC Bayern München über Marcell Jansens auch eine besondere Vereinbarung: Sollte der HSV in der Saison 2008/09 deutscher Meister werden, würde zusätzlich zu den bereits überwiesenen acht Millionen Euro eine weitere Million an die Säbener Straße wandern. Dietmar Beiersdorfer freute sich, hatte er doch schon 2006 versucht Jansen aus Mönchengladbach nach Hamburg zu lotsen. „Damals sind wir mit unserem Wunsch bei Rolf Königs leider abgeblitzt“, so Beiersdorfer in der Berliner Morgenpost. 2007 hatte man finanziell gegen Ligakrösus Bayern im Transferrennen um den vom Absteiger kommenden Jansen keine Chance. 2008 klappte es dann endlich. „Er ist auf der linken Seite vielseitig einsetzbar und wir erwarten uns durch ihn eine Belebung unseres Flügelspiels“, freute sich HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer über den geglückten Wechsel. Auch HSV-Trainer Martin Jol, der Jansen auch schon zu den Tottenham Hotspurs holen wollte, zeigte sich zufrieden. „Während des Fluges nach Hamburg meinten ältere Herrschaften zu mir: Endlich ziehen Sie in eine vernünftige Stadt. Ich kenne Hamburg bisher ja nur von Dreharbeiten für die Nutella-Werbespots und den Auswärtsspielen in der Bundesliga“, erklärte Jansen nach seiner Ankunft in der Hansestadt.

Doch das Verletzungspech begleitete Jansen auch in Hamburg. Nach einigen wenigen Kurzeinsätzen – Jansen startete in sein Hamburger Abenteuer aufgrund des verlängerten Urlaubs nach der EM ohnehin erst mit Verspätung – fiel er nach dem 7. Spieltag mit einem Muskelfaserriss mehrere Wochen aus.

Doch danach kamen Jansen und der HSV auf Touren. Zwischen dem 14. und dem 20. Spieltag verlor der HSV nur einmal (2:3 in Karlsruhe) und gewann fünf Spiele (darunter 1:0 gegen den FC Bayern). Am 15. Februar 2009 stand der HSV auf Platz 3, nur Lucien Favres Hertha sowie Hoffenheim lagen vor den Hansestädtern. Eine Woche später ging es für die Truppe von Martin Jol zum Tabellenfünften Bayer Leverkusen. Dort avancierte Marcell Jansen mit seinen beiden Treffern beim 2:1-Sieg zum Matchwinner. Das Hamburger Abendblatt titelte euphorisiert: „2:1 -meisterlich! Marcell Jansen schießt HSV an die Tabellenspitze.“

Mit dem Spiel gegen Leverkusen war Marcell Jansen zwar endgültig als Leistungsträger und Führungsspieler in Hamburg angekommen. Doch gleichzeitig markierte die Partie auch den Beginn einer Berg- und Talfahrt für den HSV. Am folgenden Spieltag verlor das Team gegen den späteren Meister aus Wolfsburg mit 0:1. Eine Woche später setzte es ein 1:4 im Borussia Park (Tore für Borussia: Friend, Levels, Brouwers, Marin). Dann kamen drei Siege, der HSV stand wieder auf Platz zwei, punktgleich mit Wolfsburg. Doch aus den letzten sieben Spielen der Saison 2008/09 holte der HSV nur noch drei weitere Siege. Zu wenig für einen selbsternannten Titelkandidaten. Dazu schmerzte das legendäre doppelte Ausscheiden in DFB-Pokal und Europa League gegen den SV Werder Bremen.

Die Titelträume des HSV blieben also unerfüllt, am Ende der Saison 2008/09 stand der HSV auf Platz fünf. Dass es in dieser Spielzeit überhaupt für die Qualifikation zur Europa League reichte, dafür mussten sich der HSV und Jansen bei den Gladbacher Borussen bedanken. Denn diese trotzten den Dortmundern am letzten Spieltag ein 1:1-Unentschieden ab, wodurch der HSV noch am BVB vorbeiziehen konnte (und Gladbach den Klassenerhalt fixierte).

Im Sommer 2009 begann Jansen, sich mit seinem zweiten beruflichen Standbein in Hamburg einzurichten. „Man ist ja als Fußballer nicht den ganzen Tag auf dem Rasen, und schließlich sollte man ab und zu auch seinem Kopf ein wenig Abwechslung gönnen. Vor vier Jahren habe ich angefangen, mich für Marketing zu interessieren, und jetzt wird aus dem Spaß immer mehr Ernst“, erzählte Jansen dem Hamburger Abendblatt. In seiner Wohnung in Blankenese richtete Jansen für seine GmbH ein Büro ein. Im Rahmen des kleinen Unternehmens wurden neben der Vermarktung von Marcell selbst auch Marketingkonzepte für Kunden abseits des Fußballs erstellt. „Als ich angefangen habe, mich damit zu beschäftigen, war mir schnell klar, dass mir der ganze Bereich Spaß macht. Wäre ich kein Fußballer geworden, hätte ich versucht, in einer Marketingfirma anzufangen. Man muss flexibel, variabel und offen für Neues sein“, so Jansen in dem Interview. Später zog Jansen mit seiner Firma ans Alsterufer.

Im August 2009 richtete sich der Fokus in Hamburg wieder mehr auf die beginnende neue Bundesliga-Saison, in der sich Jansen jedoch früh am Knie verletzte. Ein Kapselriss im Abschlusstraining vor dem Europa League-Qualifikationsspiel gegen Guingamp setzte ihn zwei Monate außer Gefecht. Erst bei der 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach (Tore: Reus, Dante & Friend) Ende Oktober feierte Jansen sein Bundesliga-Comeback.

Seine Bedeutung für den HSV stellte Jansen in dieser Saison vor allem in der Europa League unter Beweis, wo das Team von Bruno Labbadia erst im Achtelfinale am RSC Anderlecht scheiterte. Nach seinem Comeback im Oktober erzielte Jansen auf europäischer Ebene drei Tore, jeweils zweimal das wichtige 1:0 für den HSV. Auch in der Liga kam Jansen, der zwischenzeitlich in die Sierichstraße in Winterhude zog (140 Quadratmeter, schlichter Stil, klare Linien, notierte Die Welt) immer besser in Schwung, erzielte im November und Dezember vier Tore und verdiente sich Bestnoten. Sein Lauf hielt in dieser Saison bis zum März 2010 an. „Jansen ist Leistungsträger, genießt Wertschätzung beim Trainer Bruno Labbadia, bei den Mitspielern und den Fans“, schrieb die Welt noch im Februar. Doch dann riss im Training Jansens Syndesmoseband, erneut musste er mehrere Wochen pausieren, die Bundesliga-Saison war für ihn vorbei.

Auch die Saison 2010/11 war von Verletzungssorgen geprägt, zwischen Oktober und Ende Januar absolvierte Jansen aufgrund einer Viruserkrankung und eines Zehenbruchs kein Spiel. Als Reaktion auf seine häufigen Verletzungen bereitete er sich im folgenden Sommer 2011 mit einem speziellen Training in den USA gezielt auf die neue Saison vor. „Der gebürtige Mönchengladbacher wirkt spritzig wie lange nicht mehr, vor allem in den letzten zwei Wochen hat er einen gehörigen Schub gemacht“, stellte das Hamburger Abendblatt danach zufrieden fest. In der darauffolgenden Saison absolvierte Marcell Jansen 29 Ligaspiele, so viele wie seit der Saison 2005/06 für Mönchengladbach nicht mehr. Auch in der anschließenden Saison lief es für Jansen gesundheitlich besser.

Doch der HSV konnte auch in den folgenden Jahren den ambitionierten Zielen nicht gerecht werden. 7, 8, 15, 7 lauteten die Platzierungen seit 2010, dazu die Horror-Saison 2013/14, in der der HSV nur knapp über die Relegation dem erstmaligen Abstieg seiner Geschichte entkam. Die Saison 13/14 war es auch, in der Gerüchte über einen angeblichen Wechsel des mittlerweile 28-Jährigen nach Leverkusen aufkamen. Wie sich Jansen im Fall eines tatsächlichen Abstiegs des HSV verhalten hätte, wird man wohl nie erfahren, zumal ihn zum ersten Mal seit 2011 erneut eine Verletzung für längere Zeit außer Gefecht setzte, die ihn auch um seine Teilnahme bei der WM in Brasilien brachte. Aber Jansen bekannte sich zumindest öffentlich stets zu seinem Vertrag beim HSV. „Immer wieder hatte der 44-malige Nationalspieler betont, wie sehr er sich mit Stadt und Verein verbunden fühle, hatte aber gleichzeitig auch deutliche Worte für die sportliche Misere, die fehlende Konstanz bei den handelnden Personen und die fehlende Perspektive gefunden“, schrieb die Welt im Januar 2014. Dementsprechend bezog er auch Position in der Diskussion um die künftige Vereinsstruktur des HSV, der im Frühjahr durch einen Mitgliederentscheid der Weg geebnet wurde. „Ich wollte mich nie öffentlich auf irgendein Modell festlegen, aber allen ist doch klar, dass es so nicht weitergehen kann“, so Jansen.

Auffallend ist bis heute, dass der gebürtige Mönchengladbacher seit seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum FC Bayern und in weiterer Folge zum Hamburger SV in keinem direkten Aufeinandertreffen gegen seinen Jugendverein traf. Immerhin 18 Tore erzielte Jansen in der Liga seitdem er die Fohlen 2007 verließ, gegen Gladbach war bislang keines dabei. In Spielen mit Beteiligung Marcell Jansens blieb die Borussia viermal siegreich, bei zwei Unentschieden und zwei Niederlagen (Torverhältnis: 13:8).

 

 

Marcell Jansen (*1985 Mönchengladbach) begann seine Karriere beim SV Mönchengladbach 1910 und wechselte 1993 zur Borussia. Nachdem die Fohlen 2007 in die 2. Bundesliga abstiegen, wechselte er zum FC Bayern München und wurde dort 2008 Meister. Im Sommer 2008 wechselte er zum Hamburger SV und absolvierte dort bis heute mehr als 130 Bundesliga-Spiele. Für die deutsche Nationalmannschaft lief Jansen 45 mal auf, er nahm an den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie an der Europameisterschaft 2008 teil. Das Restaurant Salentino im Web: www.ristorante-salentino.de

 

Passend dazu auf Youtube gefunden: Marcell Jansen als Graffiti-Sprayer auf St. Pauli / Marcell Jansen im UK Eppendorf beim Blutspenden / Kick-Off mit Marcell Jansen (DW, englisch) / Max Kruse im Gespräch mit Marcell Jansen / Marcell Jansen engagiert sich bei „Mathe macht das Tor“ / Marcell Jansen über seinen Torjubel

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Folgt man dem angrenzenden Mühlenkamp nach links, gelangt man am Ufer des Goldbekkanals entlang zum Stadtpark, in dem unter anderem das Planetarium (eine früherer Wasserturm aus den 1910er Jahren) besucht werden kann (www.planetarium-hamburg.de, 20 Min. zu Fuß).
  • Das nahe Ufer der Außenalster eignet sich für Spaziergänge, Bootsfahrten und sonstige Freizeitaktivitäten (10 Min. zu Fuß)
  • Wer einen Blick auf die Villen des Winterhuder Villenviertels werfen will, kann mit den Schiffen der Alstertouristik eine Kanalrundfahrt (ab Jungfernstieg) machen. Web: www.alstertouristik.de

 

→ Vom Poelchaukamp biegen wir rechts in den Mühlenkamp. Ab der Bus-Haltestelle Gertigstraße geht’s weiter mit der Linie 6 zur U-Bahn-Station Borgweg. Mit der Linie 3 fahren wir (Fahrtichtung Schlump) bis zur Haltestelle Schlump, von wo wir mit der Linie 15 (Agathe-Lasch-Weg) bis zur Haltestelle Schulterblatt fahren. Wir gehen das Schulterblatt links hinein, an der Roten Flora vorbei bis zur Hausnummer 36. Die O-Feuer-Bar ist eine der Lieblings-Locations von Max Kruse im Hamburger Schanzenviertel. Wegzeit: 50 Min

 

 
Station 4 (Max Kruse): O-Feuer-Bar/Schanzenviertel, Schulterblatt 36 (Altona)

Die O-Feuer-Bar im Hamburger Schanzenviertel ©bundesligaindeinerstadt.de

Die O-Feuer-Bar im Hamburger Schanzenviertel ©bundesligaindeinerstadt.de

In Reinbek bei Hamburg geboren, der Vater HSV-Fan. Da überrascht es nicht, dass die ersten Stadionbesuche den kleinen Max Kruse in das Volksparkstadion im Altonaer Volkspark führten. „Sobald ich es mir selber aussuchen konnte, war ich aber froh, dass ich auch zum FC St. Pauli ins Millerntor-Stadion gehen konnte. Denn dadurch konnte ich mir jedes Wochenende ein Bundesligaspiel ansehen“, blickt Max Kruse im August 2014 auf seine Kindheit und Jugendzeit zurück. Die regelmäßigen Stadionbesuche bei beiden großen Hamburger Vereinen hätten auch verhindert, dass sich Max Kruse zu sehr in eines der beiden Fan-Lager hineinziehen ließ. „Da habe ich keine Rivalität gespürt“, so Kruse.

Ganz sicher hat Max Kruse aber die Rivalität zwischen HSV und St. Pauli gespürt, als er am 16. Februar 2011 zum ersten Mal in einem Bundesligaspiel im Volksparkstadion auflief. Und wenn es nur die Rivalität auf den Zuschauerrängen war. Kruse gewann mit dem Kiez-Klub 1:0 durch ein Tor von Gerald Asamoah. Sein zweiter Auftritt in der Arena des HSV folgte am 6. April 2013. Dieses Mal lief Kruse im Trikot des SC Freiburg aufs Feld. Und erneut ging Kruse als Sieger vom Platz, der HSV verlor abermals mit 0:1.
Nach der Saison 2012/13 wechselte Kruse für 2,5 Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach. „Gladbach war die erste Mannschaft, die sich um mich bemüht hat. Das Konzept hat mich relativ schnell überzeugt, sodass ich schnell zugesagt habe. Es gab dann noch andere Anfragen, aber da war ich mir schon mit Gladbach einig“, schildert Max Kruse im Gespräch mit bundesligaindeinerstadt.de das Zustandekommen des Wechsels an den Niederrhein.

Zur Borussia kam Kruse als frischgebackener Nationalspieler, im Mai 2013 debütierte er in Jogi Löws Team beim 4:2 gegen Ecuador. Und mit der Borussia lief Kruse am 2. November 2013 zu seinem dritten Bundesligaspiel im Hamburger Volkspark auf. Auch dieses Mal verließ Kruse als Sieger das Spielfeld, beim 2:0-Sieg der Fohlen besorgte er die beiden Treffer nach jeweils haarsträubenden Fehlern der Hamburger Abwehr gleich selbst. Die Welt schrieb nach dem HSV-Spiel, Kruse sei zum wertvollsten Spieler Mönchengladbachs geworden. „Sieben Saisontore und sechs Vorlagen stehen für den 25-Jährigen nach elf Spielen in den Statistikbüchern, nur Dortmunds Robert Lewandowski hat mehr Scorerpunkte“, rechnete die Welt vor. Coach Lucien Favre gab dem damals 25-Jährigen als Belohnung einen Tag Heimaturlaub in Hamburg.

Spiele im Hamburger Stadion sind für Kruse „immer etwas Besonderes. Jedes Mal, wenn ich nach Hamburg zurückkomme, bin ich positiv aufgeregt. Dann erinnere ich mich an die Zeit zurück, als ich selbst im Fanblock gesessen bin und davon geträumt habe, irgendwann selbst mal dort unten auf dem Spielfeld zu stehen.“ 25-30 Karten organisiert Kruse dann immer für die gesamte Familie und auch der Vater ist nicht böse, wenn Kruse für andere Teams Tore gegen den HSV schießt. „Mein Vater ist mittlerweile eher Max-Kruse-Fan als HSV-Fan. Und die guten alten Zeiten beim HSV sind ja auch schon länger vorbei.“

Als sich der HSV noch in besagten besseren alten Zeiten wähnte, begann Max Kruse als kleiner Junge für den TSV Reinbek zu spielen. Bis 1998 blieb er bei dem Vorstadtklub, dann wechselte er zum TSV Kirchwerder, der sich später mit einem anderen Klub zum SC Vier- und Marschlande zusammenschloss. „Bei Reinbek war Thorsten Beyer mein Trainer. Der ist dann irgendwann zu Kirchweder gewechselt. Ich bin ihm dann nach einem Jahr dorthin gefolgt, weil er schon damals ein sehr guter Trainer war. Das hat man auch daran gesehen, dass wir mit Vier- und Marschlande viel erreicht haben“, so Kruse.

Sein damaliger Trainer schätzte an Kruse seine „gute Technik und überragende Spielübersicht. Er kann vorausschauend denken und erkennt schnell Situationen, aus denen sich Chancen ergeben könnten.“ Außerdem sei Kruse – genauso wie sein später zu Stuttgart gewechselter Mannschaftskamerad Martin Harnik – ein „Vollblutfußballer. Man hätte Martin und Max nachts wecken und sagen können: ‚Um drei Uhr geht’s los, kicken!‘ Die hätten dann gefragt: ‚Warum nicht schon um halb drei?‘ Sie sind unglaublich heiß auf Fußball“, erzählte Beyer im April 2013 in einem Spiegel-Interview.

Zwar gab es während Kruses Zeit beim SC Vier- und Marschlande auch immer mal Kontakt zum HSV. Doch Werder Bremen bemühte sich intensiver um den 18-Jährigen und so wechselte Kruse gemeinsam mit Martin Harnik 2006 zu Werder Bremen. Als Hamburger fühlte er sich auch in Bremen gut aufgehoben, „da gab es keine Sticheleien. Aber wir waren natürlich noch sehr jung damals.“ Sportlich war die Station Werder Bremen nicht von Erfolg gekrönt und so trennten sich die Wege von Martin Harnik und Max Kruse. Letzterer wechselte nach nur einem Bundesliga-Spiel für Werder 2009 zurück in seine Heimatstadt. Jedoch nicht zum Hamburger SV. „Damals lief mein Vertrag in Bremen aus und nachdem sich Werder nicht um eine langfristige Verlängerung bemüht hatte, nutzten Helmut Schulte und Holger Stanislawski die Gelegenheit und holten mich zum FC St. Pauli.“

Drei Jahre lief Kruse für St. Pauli auf und absolvierte dabei 2010/11 auch seine erste komplette Bundesliga-Saison. Am 12. Februar 2011 traf er im Millerntor-Stadion auf Borussia Mönchengladbach. St. Pauli stand vor diesem Spiel auf dem 12. Platz, nur drei Punkte vor dem Relegationsplatz. Mönchengladbach kämpfte als Tabellenletzter mit Coach Michael Frontzeck ums nackte Überleben. Das Spiel sollte zur Wende in mehrfacher Hinsicht werden. Gladbach ging früh durch de Camargo mit 1:0 in Führung, verlor den Torschützen aber schon in der 21. Minute durch einen Platzverweis. Ausgerechnet Max Kruse besorgte noch vor der Pause den Ausgleich. Nachdem St. Pauli in der 53. Minute durch Asamoah die Weichen auf Sieg stellte, bereitete Max Kruse in der 58. Minute das 3:1 durch Matthias Lehmann vor. „Die Gastgeber hatten die Partie mühelos im Griff und hätten noch weitere Treffer nachlegen müssen. Kruse (81.) und der eingewechselte Sukuta-Pasu (89.) vergaben frei vor Heimeroth jedoch leichtfertig. Am ersten Heimsieg gegen Gladbach seit Dezember 1989 änderte das aber nichts mehr“, notierte der Kicker im Anschluss. Bei Gladbach wurde Michael Frontzeck im Anschluss entlassen, es kam Lucien Favre. Und während die weitere Gladbacher Entwicklung unter Lucien Favre in die Geschichtsbücher einging, holte St. Pauli aus den folgenden zwölf Spielen nur noch vier Punkte, drei davon resultierten aus einem Derby-Sieg gegen den HSV.

Als Tabellenletzter stieg St. Pauli ab und Max Kruse ging mit dem Kiezklub für eine Saison in die 2. Bundesliga. In dieser hatte Kruse mit elf Toren entscheidenden Anteil daran, dass der FC St. Pauli bis zum Schluss um den Aufstieg mitspielte. Trotz eines 5:0-Kantersieges gegen den heutigen Bundesligisten SC Paderborn am 34. Spieltag verpasste St. Pauli den Relegationsplatz aufgrund des schlechteren Torverhältnisses (+25) gegenüber Fortuna Düsseldorf (+29).

Kruse wurde im Sommer 2012 vom SC Freiburg verpflichtet, für den FC St. Pauli war das ein „schmerzvoller Verlust“ (Welt). Mit 13 Toren und 7 Assists war Kruse immerhin Top-Scorer für den Kiez-Klub. Dass Kruse den Verein trotz eines erst 2011 verlängerten Vertrages schon ein Jahr später wieder verlassen konnte, lag an der im Vertrag festgehaltenen Ausstiegsklausel, dank der Kruse beim Angebot eines Bundesligaklubs für 750.000 Euro wechseln konnte. „Der Abschied fällt mir schwer, weil Hamburg meine Heimat ist. Ich hatte drei sehr schöne Jahre bei St. Pauli, aber für mich ist es wichtig, jetzt den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen“, zitierte das Hamburger Abendblatt Kruse im Sommer 2012. Wiederum nur ein Jahr später wechselte Kruse von Freiburg an den Niederrhein.

Mit den Gladbachern geht er im August 2014 in seine zweite Saison. Sein Vertrag läuft offiziell bis Juni 2017, transfermarkt.de taxiert seinen aktuellen Wert auf rund zehn Millionen Euro. Auf die kurz vor dem Interview mit bundesligaindeinerstadt.de durch die Medien geisternden Träume von HSV-Investor Klaus-Michael Kühne, der Kruse gerne im HSV-Trikot sehen würde, reagiert das Objekt von Kühnes Begierde verhalten. „Natürlich freut es mich, dass man beim HSV darüber nachdenkt, es war ja früher schon mein Wunschverein. Aber ich bin mit der Situation in Gladbach sehr zufrieden. Wir haben eine gute Saison gespielt, spielen jetzt hoffentlich wieder Europa League. Deswegen mache ich mir über andere Sachen momentan überhaupt keine Gedanken.“

Was der sechsfache Nationalspieler, der trotz einer überzeugenden ersten Saison in Mönchengladbach (12 Tore, 12 Vorlagen) nicht für den WM-Kader 2014 berufen wurde, aus seiner Hamburger Heimat vermisst? „Ich vermisse die Schanze total, so ein Viertel gibt es in Deutschland wohl nicht noch mal. Dort kann man links und rechts in alle Läden reingehen und es ist total gemütlich“, so Kruse. Ein weiteres lohnendes Ziel in Hamburg seien Hamburg Dungeon in der Hafencity und der Hamburger Hafen („der ist einmalig“). „Aber für mich als Hamburger ist Hamburg sowieso die schönste Stadt der Welt. Wenn das Wetter nur noch ein bisschen besser wäre, wäre es dort wirklich perfekt.“

 

 

Max Kruse (*1988 in Reinbek bei Hamburg) wechselte 2013 für 2,5 Mio. Euro vom SC Freiburg zu Borussia Mönchengladbach. Für die Fohlen absolvierte er 13/14 alle 34 Ligaspiele, erzielte 12 Tore und steuerte 12 Torvorlagen bei. Beeindruckend war zudem seine Passgenauigkeit (83 Prozent).

Das Schanzenviertel ist laut Hamburg Tourismus ein „angesagtes Szeneviertel, das mit vielen kleinen Boutiquen, Restaurants und einer Partymeile einen ganz eigenen Charme versprüht“. Angestammte Bewohner des Viertels beklagten in den vergangenen Jahren als Folge der Gentrifizierung einen starken Anstieg der Mietkosten im Schanzenviertel. Auch ist die Schanze immer wieder Schauplatz von Demonstrationen und Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Polizei.

 

Passend dazu auf Youtube gefunden: Max Kruse im Gespräch mit Marcell Jansen / Max Kruse zu Gast im Aktuellen Sportstudio (11/2013) / Auf den Spuren von Max Kruse (Spiegel-TV zu Gast beim TSV Reinbek) / Max Kruse trifft zum 1:0 gegen den HSV (11/2013)

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

 

 

→ Wir gehen zurück in Richtung Rote Flora und biegen vor der Flora rechts in die Susannenstraße, der wir bis zur Schanzenstraße bzw. der S-Bahn Haltestelle Sternschanze folgen. Von dort geht’s mit der S21 (Richtung Elbgaustraße) bis zur Haltestelle Stellingen. Den Hinweisschildern entlang folgt ein Fußweg zum Stadion des HSV, wo Marcel Ketelaer im Jahr 2000 für den HSV sein Debüt gab. Wegzeit: 40 Min

 

 

 

Station 5 (Marcel Ketelaer): Imtech-Arena, Sylvesterallee 7 (Altona)

Früher Volksparkstadion, heute Imtech-Arena, ©bundesligaindeinerstadt.de

Früher Volksparkstadion, heute Imtech-Arena, ©bundesligaindeinerstadt.de

„Wenn ich die Situation heute bewerte, war ich damals sicher nicht zu diesem Schritt bereit.“ Marcel Ketelaer sieht seinen Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum Hamburger SV im Sommer 2000 heute mit gemischten Gefühlen. Für geschätzte 5,5 Millionen Mark avancierte der 22-Jährige damals zum teuersten Zweitligaspieler und (noch vor Tony Yeboah) teuersten HSV-Einkauf der Geschichte. Dem Transfer vorausgegangen war ein sich hinziehendes Wechseltheater, das die Gladbach-Fans und den Spieler selbst seit dem Frühjahr viele Nerven kostete. Erst am 6. Juni vermeldeten die Zeitungen den Wechsel als perfekt.

Die sportlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2000 waren dabei nicht mit jenen von heute zu vergleichen. Während ein Nationalspieler wie Max Kruse heute bei Borussia bessere sportliche Perspektiven vorfindet als beim HSV, waren die Vorzeichen im Jahr 200 ganz andere. Borussia Mönchengladbach hatte soeben seine erste Saison in der 2. Bundesliga hinter sich gebracht. Am Aufschwung, den das Team unter Trainer Hans Meyer seit dem Winter nahm, hatte auch der gebürtige Marcel Ketelaer einen großen Anteil, Kette erzielte in 33 Spielen zehn Tore. Der HSV dagegen schaffte in der Saison 1999/00 als Dritter souverän die Champions League-Qualifikation.

Drei Angebote hatte Marcel Ketelaer im Winter 99/00 vorliegen. Neben dem HSV bemühten sich auch Werder Bremen und der 1. FC Köln um ihn. „Ich habe mich damals aus Anstand auch mit Ewald Lienen zusammengesetzt, der Trainer beim 1. FC Köln war. Ich habe ihm aber von Anfang an klar gemacht, dass ein Wechsel für mich als Gladbacher zum FC keine Option war. Das ging nicht, da hätte ich ja nie wieder nach Gladbach zurückkommen können“, erinnert sich Ketelaer 2014 im Gespräch mit bundesligaindeinerstadt.de.

Also fiel die Entscheidung zwischen Bremen und Hamburg. Werder sah Ketelaer als Konkurrenz für Marco Bode auf der linken Seite vor. „Der war Kapitän, Ur-Bremer und Europameister. Da habe ich nicht viele Einsatzzeiten für mich gesehen“, so Ketelaer. Er sagte Bremen ab und entschied sich für Hamburg. Neben der sportlichen Perspektive und dem finanziell verlockenden Angebot des HSV bewog auch ein anderer Grund Marcel Ketelaer dazu, seinen Heimatklub zu verlassen. „Man möchte ja auch eine gewisse Wertschätzung des Vereines bekommen. Ich kannte als Gladbacher ja alle in dem Verein, ich wusste fast alles was im Verein vor sich geht. Deshalb wusste ich auch wie die Gehaltsranglisten aussehen. Da lag das Gladbacher Angebot an mich weit hinter vielen anderen, obwohl ich einer der herausragendsten Spieler in der Saison und zudem ein Eigengewächs war“, erzählt Ketelaer. Hinzu kam, dass Kette schon damals mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt und Leuten auch ins Gesicht sagte, wenn er sie nicht mochte. Seine direkte Art kam nicht bei allen im Verein gut an. „Ich war damals ein bockiger kleiner Idiot“, so Ketelaer abschließend über die damalige Situation.

Ketelaer verabschiedete sich also in Richtung Hamburg. „Ich habe bisher jedes mögliche Spiel des HSV im Fernsehen verfolgt. Ich habe immer erklärt, dass ich zum HSV gehen möchte. Ich freue mich auf meine U-21-Kollegen Ingo Hertzsch und Fabian Ernst. Und auf Rodolfo Cardoso, er wird mich hervorragend in Szene setzen“, wusste das Hamburger Abendblatt von Ketelaers Vorfreude auf seinen neuen Klub zu berichten. „Ich bin sehr froh, dass es jetzt geklappt hat. Wir sind überzeugt, dass uns Marcel Ketelaer schon in der nächsten Saison erheblich weiterhelfen wird, zumal wir das, was wir in diesem Jahr erreicht haben, wiederholen wollen. Wir werden sehr viel Freude an ihm haben. Es ist imponierend, wie er dem Stress in den vergangenen Wochen standgehalten hat. Ich bin mir sicher, dass er sich hier zum Kracher entwickeln kann“, zeigte sich auch HSV-Sportchef Holger Hieronymus über den Wechsel erleichtert. In Mönchengladbach war man offiziell nicht so happy mit dem Deal. „Wir sind Marcels Wunsch nachgekommen, auch wenn wir ihn gerne behalten hätten. Wenn er auf dem Teppich bleibt, wird er seinen Weg gehen. Für uns wird es verdammt schwer, die Lücke zu schließen“, so Borussias Manager Christian Hochstätter.

Der Einstand beim HSV gelang für Ketelaer nach Maß. Sein erstes Pflichtspiel war das Hinspiel des HSV in der Champions League-Qualifikation bei Bröndby Kopenhagen, das der HSV mit 2:0 gewann. Vier Tage später wartete mit dem TSV 1860 München der erste Gegner in der Bundesliga auf den HSV. Das Spiel im Volksparkstadion endete 2:2, für den HSV unter Coach Frank Pagelsdorf ein durchaus brauchbares Ergebnis gegen den ambitionierten Vorjahresvierten. Marcel Ketelaer stand in der Startelf und erzielte in der 34. Minute mit einem sehenswerten Schuss aus 25 Metern ins Kreuzeck den wichtigen Anschlusstreffer für seinen neuen Verein. Was dann kam, wird so manchem Gladbach-Fan noch heute in Erinnerung sein: Der Ur-Gladbacher, der vermeintlich schweren Herzens vom Niederrhein an die Elbe gewechselt war, küsste gleich in seinem ersten Bundesligaspiel während des Jubels die HSV-Raute auf seinem Trikot. „In der Sekunde, in der ich das gemacht habe, habe ich mich gleichzeitig schon gefragt was ich für ein Trottel bin“, schildert Ketelaer die Situation vierzehn Jahre später. „Ich habe damals bei einem meiner letzten Treffen mit Borussia-Fans versprochen, mein erstes Tor in Hamburg der Borussia zu widmen. Das habe ich nicht gemacht. Da kann ich alle Gladbach-Fans verstehen, die sagen, ‚der Ketelaer hat einen Dachschaden‘.“ Ketelaer erklärt die Situation heute in der Rückschau mit dem monatelangen Wechseltheater, den Emotionen und dem in diesen Moment von ihm gefallenen Druck, der aufgrund der hohen Ablösesumme und der großen Erwartungen in Hamburg auf ihm lastete. „In dem Moment wäre es wurscht gewesen, wessen Trikot ich getragen hätte. Ich hätte wahrscheinlich jedes Trikot geküsst“, so Ketelaer. Nachsatz: „Naja, vielleicht nicht das Bayern-Trikot.“

In Gladbach war Ketelaer nach der Aktion erstmal unten durch, in Hamburg aber schien er angekommen. Der HSV stand nach dem 9. Spieltag auf dem fünften Platz und Ketelaer kam in fast jedem Spiel zum Einsatz. Allein, weitere Tore wollten nicht mehr fallen. Und je länger sich die Hinrunde zog, desto weniger Spiele machte Ketelaer über neunzig Minuten, immer öfter wurde er ausgewechselt. Und auch für den HSV lief es nicht mehr so rund. Im Pokal schieden die Hanseaten gegen den Regionalligisten Karlsruher SC aus, in der Bundesliga dümpelte der Liga-Dino im Mittelfeld herum. Anfang Dezember verabschiedete sich der Verein aus dem UEFA-Pokal (u.a. 0:3 zu Hause gegen AS Rom), nachdem man zuvor trotz eines spektakulären 4:4 gegen Juventus Turin aus der Champions League ausschied. Der HSV hatte mit einer Verletztenmisere zu kämpfen, Torwart Hans-Jörg Butt zeigte eklatante Schwächen zwischen den Pfosten, dazu die Hamburger Medienlandschaft – keine leichte Gemengelage für Trainer Pagelsdorf und für die Spieler. Die Welt kritisierte Pagelsdorf, er habe „als Psychologe versagt“, die Neuzugänge Ronald Maul und Marcel Ketelaer seien total verunsichert. Kette wurde mit den Worten zitiert, „mir fehlt die Rückendeckung. Wenn ich spiele, traue ich mir nichts zu. Ich habe Angst, Fehler zu machen. In Mönchengladbach war ich aber stark, weil meine Spielweise unbekümmert und risikoreich war. Ich hoffe, dass ich irgendwann den Spaß am Fußball zurückgewinne.“ Am letzten Spieltag vor der Winterpause, der HSV spielte bei 1860 München, wechselte Pagelsdorf Ketelaer bereits in der 28. Minute aus. Einen Tag später wird Ketelaer im Duisburger Wedaustadion gesichtet. Der MSV spielt gegen die Borussia, Ketelaer habe das Spiel mit „Wehmut“ verfolgt. Sein Trainer und Förderer Hans Meyer sowie die Ex-Kollegen „schlossen Ketelaer in die Arme“. Tags darauf zitierte die Welt Borussias Präsident Rolf Königs mit den Worten „Wir werden alles versuchen, ihn nach Hause zu holen.“

Doch aus der schnellen Rückkehr wurde erstmal nichts. Stattdessen nutzte Ketelaer jede Möglichkeit, um in seine alte Heimat zu fahren. „Sobald ich zwei Tage frei hatte, bin ich zurück nach Gladbach. Ich bin ein Typ, der sich in den eigenen vier Wänden wohlfühlen muss, zu Hause fühlen muss. Das war in Hamburg zu der Zeit dann nicht mehr so. Aber natürlich kann man nicht dauernd herumfahren und später im Training top Leistung bringen. Das war damals mit ein Punkt, wo das Umfeld gesagt hat, ‚der ist mit dem Kopf eh nicht mehr in Hamburg‘.“ Auch die Rückrunde läuft für Ketelaer nicht wie erhofft. In einem Testspiel gegen Hansa Rostock wird Ketelaer brutal von hinten von Timo Lange gefoult. Diagnose: „Einige Bänder sind gerissen. Marcel fällt fünf bis sechs Wochen aus.“ Ketelaer sollte in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Erst im August 2001 lief Ketelaer wieder für den HSV in der Bundesliga auf.

Doch die Hanseaten starteten erneut sehr schwach in die Saison, standen nach dem 9. Spieltag mit nur zwei Siegen gemeinsam mit Aufsteiger Borussia Mönchengladbach auf Platz 11. Auch der von den Glasgow Rangers nach Hamburg zurückgeholte Jörg Albertz enttäuschte, wie so viele teure HSV-Neuzugänge vor ihm. Im September entließ der HSV schließlich Frank Pagelsdorf, engagierte stattdessen den Österreicher Kurt Jara. Auch unter dem neuen Trainer kam Kette nur auf Kurzeinsätze.

Am 16. Februar 2012 gastierte der HSV auf dem Gladbacher Bökelberg. Beide Teams waren der Abstiegszone näher als ihnen lieb sein konnte. Die Borussia gewann durch Tore von Peter van Houdt und Igor Demo mit 2:1. Marcel Ketelaer wurde in der 59. Minute für Rodolfo Cardoso eingewechselt, versagte laut Medien „anschließend auf ganzer Linie“. Was aber viel stärker in Erinnerung blieb, vor allem in Hamburg, waren die Szenen nach dem Abpfiff. Denn da stand Marcel Ketelaer im Trikot von Max Eberl vor der Gladbacher Nordkurve und ließ sich feiern. Er „zog mit ihnen die Welle durch, klatschte sich mit Ordnern ab, spritzte wie übermütig mit einer Wasserflasche herum. Keine Spur von Frust, nichts zu merken von der 1:2-Niederlage, nichts zu merken vom eigenen Grottenkick“, wunderte sich das Hamburger Abendblatt anschließend. Kurt Jara fand entschuldigende Worte, „das spiegelt sein Gefühlsleben und seine Situation in Hamburg wieder“. Kette, dem in Hamburg von den Verantwortlichen im Anschluss die Ohren lang gezogen wurden, rechtfertigte sich: „Mönchengladbach ist meine Familie, wenn der Sohn dann gegen seinen eigenen Verein spielen muss, ist das schon sehr schwierig.“

Spätestens ab diesem Zeitpunkt war klar, dass Marcel Ketelaer in Hamburg keine sportliche Zukunft haben würde. Mitte Juni vermeldeten die Zeitungen den Wechsel Ketelaers zurück nach Mönchengladbach. Die Borussia lieh ihn für 250.000 Euro für eine Saison aus, gleichzeitig verlängerte sich dadurch der Vertrag Ketelaers bis 2005. Die HSV-Verantwortlichen hofften also darauf, dass Kette in Gladbach zu alter Stärke finden und somit dem HSV nochmal nützlich werden würde. „Borussia scheint der Verein zu sein, wo Marcel hingehört. Wenn er sich im gewohnten Umfeld nicht durchsetzt, wird er es nirgendwo schaffen“, sagte sein nunmehriger Ex-Trainer Kurt Jara.

„Ich weiß, dass in diesem Jahr etwas kommen muss. Sonst ist der Zug vielleicht abgefahren“, erzählte er im Sommer 2002 Karsten Kellermann von der Rheinischen Post. Doch Kette kam auch in der neuen Saison unter Hans Meyer nie über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus. Auch unter Meyers Nachfolger Ewald Lienen lief es für Ketelaer in der Rückrunde nicht wesentlich besser. Lediglich zum Schluss der Saison lief es besser, drei Spiele machte er über die vollen 90 Minuten. Vielleicht trugen diese Leistungen zum Saisonende dazu bei, dass die Borussia Ketelaer im Sommer 2003 für 350.000 dem HSV abkaufte. „Ich denke, dass Lienen sich für mich eingesetzt hat“, orakelte Kette im Anschluss über die Gründe für seine Verpflichtung.

Doch besagter Ewald Lienen war nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt am 5. Spieltagals Gladbacher Trainer  Geschichte. Unter seinem Nachfolger Holger Fach spielte Kette keine Rolle mehr, zudem plagten den mittlerweile 25-Jährigen immer wieder Verletzungssorgen. Seinen letzten Einsatz für die Borussia absolvierte Ketelaer am 4. Oktober 2003, ausgerechnet im Spiel gegen den HSV. Gladbach verlor 1:2. Borussia löste im März 2004 den Vertrag mit Marcel Ketelaer „im beiderseitigen Einvernehmen“ auf. Kette wechselte zum Liga-Konkurrenten 1. FC Nürnberg. „Trainer Fach hält nicht so viel von Ketelaer wie Ewald Lienen – so etwas kommt vor in diesem Geschäft, ohne dass man gleich persönliche Motive unterstellen muss. Der Versuch, den Spieler in der Winterpause loszuwerden, war erfolglos geblieben. Die Blitztrennung ist ebenso wie die Beurlaubung des öffentlich kritischen Amateurtrainers Manfred Stefes der Versuch, Unruheherde auszuschalten, die im Abstiegskampf stören könnten“, kommentierte die Rheinische Post im Anschluss.

Vielleicht wäre es im Jahr 2000 tatsächlich besser gewesen zum SV Werder zu gehen. Immerhin waren Thomas Schaaf und Klaus Allofs schon damals bekannt dafür, Spieler aufbauen zu können und Geduld mit ihnen zu haben. „Ich hätte auch ein Jahr oder zwei Jahre später wechseln können, das hätte mir wohl nicht geschadet. Da hätte ich einfach auf den großen Hans hören müssen und dann wäre alles gut gewesen.“ Der hatte ihm im Sommer 2001 geraten: „Kette, bleib hier, hier kannst du reifen.“

 

Marcel Ketelaer (*1977 in Mönchengladbach) war für Borussia Mönchengladbach (110), den HSV (29) und den 1. FC Nürnberg (4) in der 1. Bundesliga im Einsatz (14 Tore). Es folgten Stationen bei LR Ahlen sowie in Österreich, wo er, von weiteren Verletzungen geplagt, 2011 seine Karriere beim FC Pasching ausklingen ließ. Für die deutsche U21 absolvierte er zwischen 1997 und 1999 zehn Spiele. Ketelaer lebt heute in Österreich und ist aktuell Co-Trainer bei Vorwärts Steyr (Regionalliga).

 

Das heute unter dem Namen Imtech-Arena firmierende ehemalige „Altonaer Stadion“ wurde 1925 eingeweiht. Nach dem 2. Weltkrieg entstand an derselben Stelle das Volksparkstadion, in dem unter anderem auch Spiele der WM 1974 sowie der EM 1988 ausgetragen wurden. Zwischen 1998 und 2000 erhielt das Stadion sein heutiges Aussehen, seither wird der Name des Stadions an jeweils wechselnde Sponsoren veräußert. Das Stadion, in dem 2006 auch Spiele der Fußball-WM ausgetragen wurde, verfügt heute über eine maximale Kapazität von 57.000 Zuschauern.

 

Passend dazu auf Youtube gefunden: Audioreportage zum 4:4 des HSV gegen Juventus Turin (13.9.2000)

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • Die Imtech-Arena liegt im Altonaer Volkspark, dem größten öffentlichen Parkgebiet Hamburgs. Dieser wurde in den 1920ern fertiggestellt und erstreckt sich heute über eine Fläche von 205 Hektar.
  • Das Museum des Hamburger SV informiert auf 700 m² über die Geschichte des Hamburger SV (Eintritt 6 Euro, Kinder 4 Euro). Zu sehen sind unter anderem auch Bild-Dokumente von Duellen zwischen dem HSV und der Gladbacher Borussia sowie der Wimpel zum Liga-Pokal-Endspiel am 6. Juni 1973 (HSV-Borussia 4:0). Daneben bietet der HSV auch eine Stadionführung an. Informationen zu Museum und Stadionführung (Eintritt im Paket 12 Euro) unter www.imtech-arena.de/museum.

 

→ Das HSV Trainingszentrum Ochsenzoll, wo Martin Dahlin im Oktober 1998 den Fans des HSV vorgestellt wurde, befindet sich nördlich von Hamburg. Mit der U1 fahren wir in Richtung Norderstedt Mitte bis zur Haltestelle Richtweg. Von dort zu Fuß via Nelkenstieg zur Ulzburger Straße, in die wir rechts einbiegen.

 

 
Station 6, Ausflugstipp (Martin Dahlin): Ulzburger Straße 94, 22850 Norderstedt (HSV-Trainingszentrum in Ochsenzoll)

Das Hamburger Trainingszentrum Ochsenzoll, ©bundesligaindeinerstadt.de

Das Hamburger Trainingszentrum Ochsenzoll, ©bundesligaindeinerstadt.de

„Dahlin ist körperlich fit. Ich habe mich bei unserem ehemaligen Spieler Stephane Henchoz in England erkundigt“, erklärte HSV-Trainer Frank Pagelsdorf am 15. Oktober 1998 gegenüber dem Sportinformationsdienst. Bereits im September tauchten Gerüchte auf, wonach der HSV an einer Verpflichtung des Schweden interessiert sei, der zwischen 1991 und 1997 in 125 Spielen 60 Tore für Borussia Mönchengladbach erzielte. Auf die Beobachtungen durch einen Scout oder andere Hilfsmittel zur Einschätzung der Spielstärke des Spielers war man beim HSV damals wohl nicht angewiesen. „Wenn man einen Martin Dahlin bekommen kann, muß man vorher keine Videos über ihn gesehen haben“, so Pagelsdorf.

Der Hamburger SV wollte sich nach Platz 9 in der Saison 97/98 weiter nach oben orientieren. Wieder mal wurde zu diesem Zweck ordentlich in die Mannschaft investiert. Thomas Doll wurde vom AS Bari zurück in die Bundesliga geholt, Sergej Kirjakow kam vom zuvor abgestiegenen Karlsruher SC. Martin Dahlin, damals bei den Blackburn Rovers unter Vertrag, sollte beim HSV den „Oldie-Sturm“ rund um Kirjakow, Doll und Tony Yeboah komplettieren. „Ich freue mich, daß er kommt. Martin ist ein echter Torjäger“, erklärte Yeboah via Hamburger Morgenpost.

„Beim Bundesligisten glaubt man, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Bis Saisonende muß der HSV etwas mehr als 400.000 Mark Leihgebühr an die Rovers überweisen. Anschließend kann der Klub entscheiden, ob er ihn für 1,8 Millionen Mark weiterverpflichtet“, schrieb die Hamburger Morgenpost im Oktober 1998. Zuvor sollen auch Stuttgart und die Hertha am damals 30-jährigen Schweden interessiert gewesen sein, der beim HSV sofort zum Großverdiener aufstieg.

Am 19. Oktober 1998 wurde Dahlin den am Gelände des HSV-Trainingszentrums in Ochsenzoll wartenden Fans präsentiert. Drei Fernsehteams und mehrere Journalisten warteten bereits auf die ersten Stellungnahmen. „Wir sind eine gute Mannschaft, ich will einen UEFA-Pokal-Platz erreichen“, erklärte Dahlin, der sich ganz offensichtlich auf die Aufgabe in Hamburg freute. Die Hansestadt sei für ihn zudem geografisch sehr praktisch. „Ganz wichtig ist meine Familie. Hamburg liegt optimal. Nach Malmö, wo meine Eltern, mein Bruder und meine Großmutter leben, sind es von Hamburg aus nur vier Stunden“, vertraute er der Mopo an. Beim HSV frohlockte man, Dahlin könnte bereits am 23. Oktober gegen Werder Bremen auflaufen. Doch sein erstes Spiel machte Dahlin erst am 7. November, denn zuvor musste er noch eine Rotsperre aus der englischen Premier League absitzen. Bei seinem ersten Einsatz beim 2:2 gegen Schalke wurde Dahlin in der 61. Minute eingewechselt, blieb jedoch ohne nennenswerte Aktion.

Um es vorwegzunehmen: Auch im Rest der Saison fiel Dahlin, der bei der Borussia gemeinsam mit Heiko Herrlich ein erfolgreiches Sturmduo bildete, nicht gerade durch sportliche Glanzleistungen auf. Insgesamt kam er nur auf acht Einsätze, ein Torerfolg war nicht dabei. Verletzungen und sein im Training anscheinend mangelndes Engagement hielten Trainer Frank Pagelsdorf davon ab, dem Schweden mehr Einsatzzeiten zu verschaffen. Sein letztes Spiel absolviert Dahlin am 11. Dezember 1998 beim 0:4 gegen Hertha BSC vor eigenem Publikum.

Dahlin sorgte aber weiterhin für Schlagzeilen. Im November 1998 kam es zu Handgreiflichkeiten mit HSV-Zeugwart Römer. Nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt soll Dahlin zu lange in der Kabine herumgetrödelt haben, worauf Römer zu Dahlin gesagt haben soll: „Zieh‘ dich endlich aus, Schwarzer.“ Die anschließende Prügelei blieb für Dahlin (und Römer) ohne Folgen. Im Wintertrainingslager – mittlerweile war Dahlin nur noch Stürmer Nummer vier in der internen Hierarchie – brachte Pagelsdorf den Schweden in der 61. Minute im Testspiel gegen Porec. 180 Sekunden später flog Dahlin mit Rot vom Platz. Statt sportlicher Leistungen dominierten zudem immer mehr Dahlins Rückenprobleme die Schlagzeilen.

Ohne noch groß auf die Dienste von Martin Dahlin zu setzen, beendete der HSV die Saison 98/99 schließlich auf Platz 7. Mit nur einer Niederlage aus den letzten zwölf Saisonspielen rettet sich das vor der Saison noch sehr ambitionierte Team von Frank Pagelsdorf wenigstens in den UI-Cup. Bereits im März verkündete der HSV, dass man nicht an einer weiteren Verpflichtung von Martin Dahlin interessiert sei. „Er hat keine Gründe geliefert, warum wir ihn halten sollten“, erklärte ein enttäuschter Frank Pagelsdorf.

Am 5. Juli 1999 vermeldete die Deutsche Presseagentur das Karriereende von Martin Dahlin. „Ich werde mit Fußball aufhören. Ich habe total die Motivation verloren“, so Dahlin, den nach wie vor Rückenschmerzen plagten. Sein bei den Blackburn Rovers noch bis 2000 laufender Vertrag wurde aufgelöst. „Die letzte Zeit war für den HSV eine Enttäuschung, für mich eine noch größere. Klar ist das alles völlig in die Hose gegangen“, brachte Dahlin seine Zeit in Hamburg im Interview mit der Hamburger Morgenpost auf den Punkt.

 

Martin Dahlin (*1968 Uddevalla/SWE ) kam 1991 von Malmö FF zu Borussia Mönchengladbach. Der Stürmer traf für die Borussia fast in jedem zweiten Spiel und war auch bei der WM 1994 mit Schweden erfolgreich, wo Dahlin vier Tore schoss. 1996 wechselte Dahlin für fünf Millionen Mark zum AS Rom, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Die Borussia lieh ihn daraufhin aus. 1997 kehrte er nach Rom zurück, wurde jedoch für 6 Millionen Mark gleich weiter zu den Blackburn Rovers verkauft. Aber auch dort konnte Dahlin nicht wieder an seine erfolgreiche Gladbacher Zeit anknüpfen. Für die schwedische Nationalmannschaft schoss Dahlin zwischen 1991 und 1997 in 60 Spielen 29 Tore.

 

Das Trainingszentrum Ochsenzoll des HSV befindet sich im schleswig-holsteinischen Norderstedt in unmittelbarer Nähe zur Hamburger Stadtgrenze. Seit 1928 trainiert hier der HSV, Uwe Seeler kaufte dem Verein in den 1950er Jahren einen Teil des Grundstücks ab, um sich hier ein Haus zu bauen. Seit 2004 trainieren HSV und die U23 des Klubs jedoch in unmittelbarer Umgebung des Volksparkstadions. Bereits seit Jahren laufen die Planungen für den Bau eines „HSV Campus“ in der Nähe des Stadions, der das Trainingsgelände Ochsenzoll überflüssig machen würde. Der Startschuss für das Projekt wurde jedoch bereits mehrfach verschoben.

 

Passend dazu auf Youtube gefunden: Englischsprachiger TV-Bericht über Martin Dahlin (1995) / Bolzen Klubheimtour zu Gast in Ochsenzoll / HSV feiert 2011 in Norderstedt Clubhaus-Richtfest / Martin Dahlin erzielt am 22. März 1997 das 1:0 für Borussia Mönchengladbach gegen den BVB (Endstand 3:1 für die Fohlen)

 

Das gibt es in der Nähe dieser Station außerdem zu sehen:

  • An der Ulzburger Straße befindet sich mit dem Arriba Erlebnisbad eines der größten Schwimmbäder Norddeutschlands. Web: www.arriba-erlebnisbad.de

 
Weitere Orte in Hamburg mit Bezug zu Borussia Mönchengladbach:

  • Abendrothsweg 48: In diesem Haus in der Nähe des Stadions Hoheluft wuchs Stefan Effenberg auf. Und hier spielte Effenberg Junior auch auf der Straße Fußball. „Unsere Haustür war das eine Tor, das andere war die gegenüberliegende Tür. Mein Schuß war schon damals nicht übel. Als ich einmal richtig abzog, ging die Scheibe in unserer Haustür zu Bruch. Natürlich gab es sofort ein Riesentheater.“ Später zog die Familie nach Niendorf (Bez. Eimsbüttel).
  • Bramfelder SV, Ellernreihe 88: Beim Bramfelder SV spielte Stefan Effenberg in seiner Jugend.
  • Eimsbütteler TV, Bundesstraße 96: Bei den Hamburg Knights (Teil des Eimsbütteler TV) spielte Stefan Effenbergs Schwester Claudia erfolgreich Softball.
  • Fleetklinik, Admiralitätsstraße 4: In der Fleetklinik absolvierte Martin Dahlin vor dem Wechsel zum HSV den medizinischen Check. „Aus chirurgisch-orthopädischer Sicht gibt es keine Bedenken an der Verpflichtung Martin Dahlins. Er macht einen guten Eindruck, scheint fit zu sein“, zitierte die Hamburger Morgenpost anschließend Mannschaftsarzt Uli Mann.
  • Hamburger Dom, Heiliengeistfeld: Dreimal im Jahr lädt der Hamburger Dom, Norddeutschlands größtes Volksfest zum Feiern ein. Im „Bayernzelt“ auf dem Winterdom traf Marcel Ketelaer im Rahmen eines Fantreffens im November 2000 auf Mitglieder des HSV-Fanclubs „Vorwärts Faß“.
  • Hotel Treudelberg, Lemsahler Landstraße 45: Hier wohnten Marcel Ketelaer und Martin Dahlin während ihrer Zeit in Hamburg.
  • Julius Meinl Kaffeehaus, Alsterufer 35: Bevor hier ein Wiener Kaffeehaus einzog, befand sich im Weißen Pavillon am Alsterufer die Wollenberg Bar, in der unter anderem Stefan Effenberg gemeinsam mit Boris Becker feierte.
  • Millerntor-Stadion, Harald-Stender-Platz 1: Im Stadion des FC St. Pauli absolvierte Michael Frontzeck am 12. Februar 2011 sein letztes Spiel als Coach der Fohlenelf. Im Oktober 2012 kehrte Frontzeck als Trainer des FC St. Pauli zum Millerntor zurück (bis November 2013). Über das mitunter recht nasskalte Hamburger Wetter sagte Frontzeck im September zur Hamburger Morgenpost: „Das liebe ich sogar. Das war schon als Fußballer so. Da lief der Ball einfach besser.“
  • Neue Flora, Stresemannstraße 163: Hier besuchte Effenberg am 9. Dezember 2002 das Musical Titanic. Im Anschluss zeigte er sich „begeistert“.
  • Restaurant Parlament, Rathausmarkt 1: Bei der im Restaurant Parlament stattfindenden Wahl zu „Miss & Mister Hamburger 2010“ saß Marcell Jansen (gemeinsam mit Jerome Boateng) in der Jury.
  • Restaurant Zwick, Mittelweg 121: Eines der Lieblingslokale von Marcel Ketelaer während seiner Zeit beim HSV. „Da konnte man immer hingehen, da war immer was los“, so Kette im Interview.
  • SC Vier- und Marschlande, Auf dem Sülzbrack 2: Heimat des SC Vier- und Marschlande, bei dem Max Kruse zwischen 1998 und 2005 gespielt hat.
  • Stadtteilschule am Hafen, Neustädter Straße 60: In der Stadtteilschule St. Pauli nahm Marcell Jansen in seiner Rolle als Pate des „Praktisch gut – Perspektive mit Plan“-Projekts (Hamburger Weg) an einem Graffiti-Workshop teil. „Zusammen mit 45 Siebtklässlern aus Hamburger Schulen sprayte der Nationalspieler unter Anleitung der Kult-Sprayer Scotty 76 und DJ Vito auch die HSV-Raute“, berichtete das Hamburger Abendblatt.
  • Studio Hamburg, Jenfelder Allee 80: Unter anderem im Studio Hamburg wird die TV-Sendung Beckmann produziert, in der Stefan Effenberg 2002 seine Beziehung zur Frau seines ehemaligen Mitspielers Thomas Strunz öffentlich machte.
  • Unfallkrankenhaus Eppendorf, Martinistraße 52: Wo Marcell Jansen 2014 an einer Blutspendeaktion teilnahm, wurde Stefan Effenberg als kleiner Junge eingeliefert, nachdem er sich beim Spielen auf dem Ohlsdorfer Friedhof einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte.

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